Drachenboot

Zwischen Tradition und Trendsport

Drachenboote kommen ursprünglich aus China und blicken auf eine mehr als zweitausend Jahre alte Tradition zurück. Ihren Namen verdanken die Drachenboote, den Verzierungen in der Form eines Drachens.

In Deutschland gibt es Drachenboote seit 1989. Anlässlich des 800. Hamburger Hafengeburtstags fand damals das 1. offizielle Deutsche Drachenbootrennen auf der Binnenalster statt. Die beiden originalen, hölzernen Taiwan-Drachenboote stiftete die Stadt Hsin Tien/Taiwan. 

 

Geschichte des Drachenbootsports

Viele Legenden ranken sich um den Ursprung des Drachenbootfestes (端午節, Duānwǔjié), das in China jährlich im Juni zu Ehren des Staatsmannes und Poeten Qu Yuan stattfindet. Qu Yuan lebte im 3.  Jahrhundert v. Chr. während der Chu-Dynastie und schrieb eines der einflussreichsten Werke der chinesischen Dichtkunst – das Li Sao. Er soll am Hofe des Königs Huai einen höheren Posten innegehabt haben, dann jedoch aufgrund seiner politischen Meinung des Amtes enthoben und ins Exil verbannt worden sein. Aus Verzweiflung über die Missstände im Land stürzte er sich am 5. Tag des 5. Monats in die Fluten des Flusses Mi Luo. Hunderte von Fischer versuchten ihn zu retten und lieferten sich in ihren Booten ein Wettrennen. Mit lauten Trommeln und wilden Paddelschlägen versuchten sie die gefährlichen Fische zu vertreiben. Vergeblich ...

Seitdem wird die symbolische Suche nach dem Geist des Poeten in Form von Drachenboot-Festivals fortgesetzt. Unklar ist bis heute, warum den ursprünglichen Fischerbooten Drachenköpfe hinzugefügt wurden. Vielleicht sollten sie dazu dienen, die bösen Wassergeister fernzuhalten.

 

 

Die Besatzung

Ein Wettkampf-Drachenboot hat bis zu 22 Personen Besatzung. Zwanzig Paddler, einen Steuermann und einen Trommler. Jeweils zehn Paddel links und rechts sorgen für den nötigen Vorschub, das Steuerruder am Heck für die gewollte Richtung und die Trommel für die Motivation.

Gepaddelt wir mit Stechpaddeln die möglichst synchron durch das Wasser gezogen werden. Dabei sitzen jeweils zwei Paddler mit den Blick in Fahrtrichtung auf einer Bank nebeneinander. Aus dieser Anordnung ergibt sich, dass die meisten Paddler eine bevorzugte Seite haben, man spricht vom Rechts- bzw. Linkspaddler.

Die Paddler auf der vordersten Bank sind die Schlagleute oder kurz “der Schlag”. Einer der beiden gibt die Schlagzahl, das ist Frequenz der Paddelschläge vor, die dann vom Trommler übernommen wird. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Trommel die Schläge für das Boot vorgeben würde. Eines ist dennoch klar: “Ein guter Trommler bringt schlechte Paddler nur schwer in den Takt, hingegen endet ein schlechter Trommler mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einer gewissen Taktlosigkeit des ganzen Bootes”.

Als Letztes in einem Drachenboot kommt der Steuermann. Dieser steht auf einer kleinen Plattform im hinteren Teil des Bootes und lenkt mit Hilfe eines Langruders. Das Langruder wird auf der Backbordseite (In Fahrtrichtung links) am Steuerblock befestigt.  [Quelle: dragonboating.de]

 

Drachenbootsport verbindet

In den letzten Jahren hat sich der Drachenbootsport national und international schnell weiter entwickelt.

Am 27. April 2007 wurde die “International Dragon Boat Federation” – IDBF, als neues Mitglied in die General Association of International Sports Federation – GAISF aufgenommen. Damit vertritt sie auf internationaler Ebene offiziell den Drachenbootsport. Zur Verbansstruktur gehören in Europa die “European Dragon Boat Federation” – EDBF und in Deutschland der “Deutsche Drachenboot Verband e.V.” – DDV den Drachenbootsport.

Hauptaugenmerk dieser Verbände ist die Weiterentwicklung, Verbreitung und die Bemühung um die Anerkennung des Drachenbootsportes. Der DDV wird durch 5 Landesfachverbände in Berlin, Hamburg, Niedersachsen/Bremen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

 

Drachenboot als Wettkampfsport

Das im DDV verwendete Wettkampfboot ist das europäische Standard Drachenboot. Diese Boote sind 1249 cm lang, 116 cm breit und besteht überwiegend aus dem Faserverbundwerkstoff GFK und Holz. Ein Drachenboot wiegt ohne Besatzung ca. 1/4 Tonne – vollbesetzt bringt es fast zwei Tonnen auf das Wasser.

Wettkämpfe sind in unterschiedliche Klassen gegliedert – so gibt es neben der Leistungsklassen “Premium” des DDV auch eine Klasse “Breitensport” die für den Breitensportler gedacht ist.

In unterschiedlichen Altersklassen starten Boote für Jugend-, Damen-, Mixed- und Herrenteams (auch Open genannt).